Ich komm mir auf Arbeit in Frankfurt zur Zeit ein wenig vor wie Indiana Jones. Mein Büro steht seit letzter Woche im Zentrum von Ausgrabungen. Bei Erneuerungen der Regierungsstraße zwischen Universität und Marienkirche (für die Experten, das ist die Straße wo das Sommerfest bisher immer stattfand) ist man auf einen alten Friedhof aus dem 13. bis 17. Jahrhundert gestoßen. Ich arbeite nun also schon die ganze Woche auf einem Friedhof und um mich herum nur Archäologen mit ihren Pinseln. Bei den Skeletten handelt es sich übrigens nur um die Überreste von Kindern und Frauen, die für ihr Alter von teilweise über 500 Jahren erstaunlich gut erhalten sind.

Irgendwie bin ich aber auch froh, dass es nur Skelette sind. Die Bauarbeiten begannen nämlich damit, dass sich der Bagger vergeblich an alten Straßenbahnschienen versuchte, die nach der Teilung der Stadt nach dem Krieg irgendwann in Vergessenheit geraten sind. Dann machte letzte Woche plötzlich das Gerücht die Runde, man sei auf eine Bombe gestoßen. Diese stellte sich dann jedoch als ein Sarg incl. Kinderleiche heraus, die nur wenige Zentimeter unterhalb der Schienen lag. Nun also ein kompletter Friedhof. Ich bin gespannt, was man als nächstes findet. Bisher wurde nämlich nur die eine Hälfte der Straße aufgebuddelt. Ich halte euch auf dem Laufenden.
